Der Almkanal heute

Kraftwerke, Wasserversorgung, Erholung


Der Almkanal war bis Anfang des 20. Jahrhunderts in der Stadt Salzburg und Grödig nahezu die einzige Energiequelle für Handwerk, Industrie und Gewerbe. Heute nutzen noch 16 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1,2 MW - darunter das Eichetwerk der Salzburg-AG als ältestes Wasserkraftwerk Salzburgs, das Kraftwerk Pulvermühle der Stieglbrauerei und das städtische Notstromaggregat - die Energie des Almkanales. Die Jahresstromerzeugung liegt dank des auch in den Wintermonaten ausreichenden Wasserdargebotes bei 8,5 GWh und entspricht damit in etwa dem Strombedarf von 2.400 Haushalten.

Bis zur Fertigstellung der Fürstenbrunner Wasserleitung 1875, war der Almkanal mit seinen Brunnhäusern und Almbrunnleitungen hauptverantwortlich für die Wasserversorgung der Stadt.
Heute werden noch 6 Teiche mit einer Gesamtfläche von ca. 130.000 m² gespeist. Zahlreiche Nutzwasser-, Kühl- und Klimaanlagen darunter die von Festspielhaus und Augustinerbräu nutzen das reichliche Wasserdargebot .

Die Qualität des Almwassers liegt in den offenen Gerinneabschnitten zwischen Güteklasse 1 und 2 und hat somit die gleiche Wasserqualität wie die Königsseeache. Das war nicht immer so, denn bis zum Ausbau des öffentlichen Kanalnetzes wurde der Almkanal auch für die Abwasserableitung genutzt.

Eine äußerst wichtige Funktion erfüllt das Almkanalsystem auch als Vorfluter für Oberflächenwasser. Neben zahlreichen Wasserabläufen von Straßen- und Dachflächen münden auch mehrere Bäche wie zum Beispiel der Rosittenbach, der Grödiger Hoffelnerbach oder der Eichetgraben in den Almkanal.

Von den Anrainern und den Bewohnern der südlichen Salzburger Stadtteile wird der Wasserlauf der “Alm” als historisches, landschaftsprägendes Element von großem Erholungswert geschätzt. Die begleitenden Wege dienen sowohl als beliebte Spazierwege als auch als direkte, autofreie Verkehrsachse für Radfahrer.

Abschnittsweise wurden die alten, das Ufer säumende Kopfweiden bereits unter Schutz gestellt und durch Neupflanzungen ergänzt.

Die Wasserwerksgenossenschaft-Almhauptkanal zählt derzeit 18 Mitglieder, die Wasserwerksgenossenschaft-Stiftsarm 8 Mitglieder. Darüberhinaus sind derzeit rund 200 gebührenpflichtige Nebennutzungen, wie Nutzwasserentnahmen unter 0,5 l/s, Dach-, Oberflächen-, Kühl- und Abwassereinleitungen registriert.