Wanderung vom alten Brunnhaus bis zur Pflegerbrücke

Am Ufer entlang

Ausgangspunkt ist das (ehemals erzbischöfliche) Brunnhaus in der Brunnhausgasse (Haus Nr. 5). Das Brunnhaus wurde 1664 von Erzbischof Guidobald von Thun errichtet um die Wasserfontäne des Residenzbrunnens zu speisen. Weiter geht es die Brunnhausgasse entlang Richtung Westen bis zur Almkanalbrücke. Links der Brücke findet sich das kleine Schleusenhaus unter dem der unterirdische Nonntalarm zum Brunnhaus abzweigt. Rechts der Brücke verläuft das Stiftsarmgerinne noch ca. 100 m offen, bevor es im historischen Stollen durch den Mönchsberg (es handelt sich um den ältesten Wasserleitungsstollen Mitteleuropas, errichtet 1137 – 1146) verschwindet, um bei der St.-Peter-Mühle auf der anderen Bergseite wieder ans Tageslicht zu gelangen.

Die Wanderung folgt aber dem Wiesenweg entlang des Almkanals stromaufwärts. Das letzte Gebäude vor Querung der Sinnhubstraße ist unter den Namen Daunschlössl, Villa Berta oder Villa Mertens bekannt und war einst auch Wohnsitz des Bürgermeisters der Stadt. Der durch die später errichtete Sinnhubstraße abgetrennte Teich gehörte einst zum Park der Villa. Weiter geht es entlang des Almkanals bis zur Pulvermühle, die neben Säge und Mühle auch als Pulverstampf in Verwendung stand, seit 1904 ist das Kraftwerk in Besitz der Stieglbrauerei. Beim Kraftwerk zweigt der Almhauptkanal vorbei an den St.-Peter-Weihern Richtung Maxglan und Mülln ab. Die Wanderung folgt aber dem Almkanal stromaufwärts über den Radweg Thumegg und vorbei am Südufer des Leopoldskronerweihers, der als ehemals erzbischöflicher Fischteich ebenfalls sein Wasser aus dem Almkanal bezieht.

Nach der folgenden Brücke bei der Gärtnerei Zmugg beginnen alte, unter Schutz stehende Bestände von Kopfweiden, die ihre bizarren Formen durch das früher übliche Abschneiden der frischen Triebe für die Korbflechter ausgebildet haben. Nach ca. 1,5 Km kommen wir vorbei an der Praxmayermühle zur Schleienlacke, einem Weiher, der früher dazu diente Hochwässer und auch Treibeis vor der Stadt abzufangen. In früheren Wintern war auch das Schneiden von Eisblöcken für die Eiskeller der Brauereien und Wirte ein wichtiger Zuerwerb für die umliegenden Bauern.

Zwischen Kronstätterstr. und Stefan-Ludwig-Roth-Str. wird kurz das Ufer gewechselt. Ein kleines Stück nach dem Eichethof befindet sich die zur Surfwelle ausgebaute Gefällsstufe und weist noch auf die ehemalige Schleusenanlage hin, mit der die Hochwässer über die Wiesen zur Schleienlacke abgeleitet wurden. Nach der Obuskehre (Heimfahrmöglichkeit) führt der Uferweg durch die letzten Reste des sogenannten Eichetwaldes. Viele seiner Eichen dürften im Laufe der Jahrhunderte als Piloten und Bretter für den Almkanalbau im Bachbett verschwunden sein. Die Steinverbauung erfolgte erst im Jahr 1979. Nach etwa 100 m mündet im Wald der am Untersberg entspringende Rosittenbach ein. Bei Schönwetter führt er meist kein Wasser, kann aber bei Unwettern in kurzer Zeit auf die nahezu gleiche Wasserführung wie der Almkanal anschwellen. In solchen Fällen muss der Zulauf des Almkanals an der Königsseeache rechtzeitig gedrosselt werden, um Überflutungen im Stadtbereich zu verhindern. Diese verantwortungsvolle Aufgabe obliegt - wie die Erhaltung des gesamten Almhauptkanals - der Wasserwerksgenossenschaft Almhauptkanal mit ihrem Almmeister und Schleusenwärter. Bis zur Vollendung des „Durchstichs" zur Königsseeache im Jahr 1286 endete hier der Ausbau des künstlich angelegten Kanals, der bis dahin nur vom Leopoldskroner Moor und vom Rosittenbach gespeist wurde.

Als Endpunkt der Wanderung bietet sich das Gasthaus Pflegerbrücke an.

Von der Pflegerbrücke aus ist flussaufwärts das Kraftwerk Eichetmühle der Salzburg AG (beim Umspannwerk Eichet) zu sehen. Dieses im Originalzustand von 1908 erhaltene Kraftwerk ist in Verbindung mit einem kleinen Almkanalmuseum jeden Donnerstag Nachmittag von 14:00 bis 16:00 Uhr zu besichtigen.

Länge der Wanderung ca. 4,5 km.